PROJEKT: Biosignalverarbeitung im Snoezelen-Labor (SS 04)
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Snoezelen ist eine Kombination der Wörter "snuffelen" (schnüffeln, schnuppern) und "doezelen" (dösen, schlummern).
Beim Snoezelen geht es schwerpunktmäßig um die Einwirkungen von visuellen, haptisch-somatischen, kinästhetischen, olfaktorischen und akustischen Reizen, die einzeln oder in Kombination den Menschen zur Ruhe bringen, ihn zu einer Ordnung rufen und helfen, sich zu organisieren. In einem solchen sensorischen Integrationsprozess müssen die Nahsinne (Riechen, Schmecken, eingeschlossen auch der taktil-kinästhetische Sinn) und die Fernsinne (Sehen und Hören) eine Ordnung finden.
Snoezelen wurde erstmals vor ca. 25 Jahren von zwei Zivildienstleistenden als Freizeitangebot in einem Zentrum für geistig behinderte Menschen in Holland präsentiert. Seitdem hat es sowohl im Bereich der Freizeitgestaltung als auch auf dem pädagogisch-therapeutischen Arbeitsfeld Eingang gefunden, ist beständig weiterentwickelt und bedürfnisorientiert modifiziert worden. Allein in Deutschland gibt es ca. 1000 Snoezelenräume, die sich durch die individuelle Ausstattung und die jeweilige inhaltliche Konzeption unterscheiden.
In den Anfängen lag das Augenmerk auf schwer- und schwerstbehinderten Menschen, in der Zwischenzeit hat man den Wert des Snoezelen gleichermaßen für weitere Adressatengruppen entdeckt. So gibt es heute spezielle Snoezelenräume für psychisch kranke Menschen, für Senioren, für gewalttätige Jugendliche, für hyperaktive Kinder u.v.m. Im schulischen Bereich, der zunehmend stärker durch Aggressionen, Überforderung, Motivationsmangel sowie durch Störungen des Sozialverhaltens der Schüler gekennzeichnet ist, kann der Raum wertvolle Unterstützung im Bereich der Wahrnehmungsförderung, aber auch im Aufbau tragfähiger Beziehungen zwischen Anleiter und Nutzer leisten.
Prof. Dr. Krista Mertens
Ad Verheul
Ziel des Projekts
In der Abteilung für Körperbehindertenpädagogik am Institut für Rehabilitationswissenschaften ist ein Snoezelen-Raum eingerichtet worden. Als gemeinsame Veranstaltung für Studierende der Rehabilitationspädagogik und der Informatik hat das Projekt zum Ziel, verschiedene Möglichkeiten zu testen, die Wirkung des Snoezelens auf den Menschen möglichst objektiv erfassen und beurteilen zu können.
Die Studierenden der Informatik haben in diesem Projekt die Aufgabe, nach Möglichkeiten zu suchen, mit geeigneter Messtechnik die Änderungen des Körperzustandes zu erfassen und auszuwerten. Dazu sind verschiedene Signale geeignet, so z.B. das EKG, der Blutdruck und der Hautwiderstand.
Für die Bearbeitung des Projekts sollen Studierende der Rehabilitationspädagogik und der Informatik in kleinen Arbeitsgruppen zusammenarbeiten. Unterstützt werden die Studierenden von Herrn Dr. Schneider (Abteilung Rehabilitationstechnik und Informatik, Leitung: Prof. J. Kurt).
Von den Studierenden wird eine weitgehend selbständige Bearbeitung ihres Projektthemas erwartet. Während der Bearbeitung sind Konsultationstermine wahrzunehmen. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgt am Semesterende in einer gemeinsamen Veranstaltung beider Institute.
Themenspektrum: Erfassung und Auswertung von Biosignalen (Entstehung, Ableitung, Meßtechnik, Auswertung)
- Messung des Hautleitwertes
- Messung der Pulswelle
- Messung der Herzfrequenzvariabilität
Auswahl von Ergebnissen
Literatur
allgemein und
speziell
Organisatorisches
Einige Links: Symposium
Prof. Beate Meffert