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Humboldt-Universität zu Berlin - Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Informatik

Monobachelor Informatik

Der Bachelor Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin ist ein sechs-semestriger Studiengang. Er qualifiziert sowohl für einen anschließenden Master als auch für einen direkten Einstieg ins Berufsleben. An manchen Fakultäten / Universitäten ist er auch ausreichend für eine Zulassung zur Promotion.

Auf dieser Seite stellen wir diesen Studiengang vor und erläutern insbesondere die Änderungen, die sich bei der Umstellung vom Diplomstudiengang auf das zweistufige System Bachelor/Master ergeben haben.

Allgemeines zum Bachelor

Studieninhalte

Umstellung vom Diplom auf Bachelor/Master

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Was ist ein Modul? Was sind Studienpunkte? Was sind Semesterwochenstunden?

Ein zentrales Konzept eines Bachelorstudiengangs ist das Modul. Ein Modul besteht in der Regel aus einer Vorlesung und einer Übung oder einem Praktikum (es gibt einige Ausnahmen). Module enden fast immer mit einer Prüfung; wenn man diese besteht, erhält man eine bestimmte Zahl von Studienpunkten. Die Zahl der Studienpunkte pro Modul ist unterschiedlich und orientiert sich an dem Aufwand, der zum Bestehen des Moduls notwendig ist; man erhält ungefähr einen Studienpunkt pro 30 Zeitstunden Aufwand. Unser Informatikbachelor besteht aus 20-24 Modulen, die sich auf die sechs Semester verteilen. Insgesamt muss man 180 Studienpunkte erreichen.

Ein weiterer wichtiger Begriff sind Semesterwochenstunden (kurz SWS). Bei einem Modul gibt die SWS-Anzahl an, wie viele Präsenzstunden es umfasst. Bei typischen Modulen heißt das dann "4+2", was bedeutet, dass das Modul vier Stunden (zwei Doppelstunden) Vorlesung und zwei Stunden Übung oder Praktikum umfasst. Man rechnet grob damit, dass eine SWS 1.5 Studienpunkte ergibt.

Was zeichnet den Bachelor an der Humboldt-Universität aus?

Wir sind stolz darauf, dass unser Diplomstudiengang schon immer einen sehr guten Ruf bei potentiellen Arbeitgebern hat. Wir haben seine Stärken daher in das neue, zweistufige System überführt und außerdem eine Reihe von Verbesserungen vorgenommen. Unser Bachelor zeichnet sich deshalb durch eine ganze Reihe von Dingen aus:

  • Wir kümmern uns nach Kräften um unsere Erstsemester. Dazu bieten wir zum Beispiel diverse Einführungsveranstaltungen an, die direkt von der studentischen Fachschaftsinitiative organisiert werden. Erstsemester können ausserdem an Tutorien teilnehmen, in denen sie von erfahrenen Studierenden ein Semester lang beraten und begleitet werden. Diese Tutorien sind auch eine gute Gelegenheit, um Kommilitonen kennenzulernen, was für die oftmals in Gruppen zu bearbeitenden Aufgaben der späterne Semester sehr hilfreich ist.
  • Wir bemühen uns immer, unsere Studentinnen und Studenten dort „abzuholen“, wo sie die Schule verlassen haben – ein Leistungskurs Informatik oder ähnliches ist also keinesfalls Voraussetzung für ein Informatikstudium bei uns.
  • Wir bieten eine fundierte Ausbildung in konzeptionellen und methodischen Grundlagen des Fachs. Theorie ist bei uns kein ungeliebtes Anhängsel, sondern ein wesentlicher und eng verzahnter Bestandteil des Studiums. Sie wird aber nie als Selbstzweck betrachtet. Stattdessen wird Theorie immer gemeinsam mit den sich aus der Theorie ergebenden Folgerungen für praktische Probleme vermittelt.
  • Wir haben ein Semesterprojekt eng in unsere Ausbildung integriert. Darin lernen unsere Studierenden schon im Studium typische Projektsituationen mit all ihren Schwierigkeiten kennen. Im Semesterprojekt entwickelt eine Gruppe von ca. 10 Studierenden über ein ganzes Semester hinweg ein komplettes System – angefangen von der Problemstellung über das Design bis zur Implementierung und Test. Diese Projekte werden oft in Kooperation mit Unternehmen stattfinden. Gemeinsam mit zahlreichen Praktika und dem Modul Software Engineering vermitteln wir so die praktischen Fähigkeiten, die zu einem schnellen Berufseinstieg notwendig sind.
  • Bei der Umstellung auf den Bachelor haben wir die Belastung für unsere Studierenden nicht erhöht. Man legt im Schnitt drei Prüfungen pro Semester ab und hat ca. 20 Stunden pro Woche Präsenzveranstaltungen (siehe auch hier). Übrigens: Es gibt bei uns in Vorlesungen keine Anwesenheitslisten.
  • Wir tun viel dafür, dass ein Studium in der Regelstudienzeit absolviert werden kann. Dazu bieten wir alle Pflichtveranstaltungen mindestens einmal im Jahr und die Prüfungen dazu jedes Semester an. Pflichtveranstaltungen überschneiden sich auch nie im Lehrplan. Soweit möglich, koordinieren wir unsere Veranstaltungen auch mit den relevanten Modulen in den Beifächern.
  • Wir haben explizit die Möglichkeit eines Auslandssemesters eingeplant. Dazu wurde das fünfte Semester nur mit solchen Veranstaltungen geplant, die man auch leicht im Ausland belegen kann.
  • Unsere Studierenden können ihr Beifach frei aus dem Studienangebot der HU wählen. Zwar empfehlen wir bestimmte Beifächer, aber diese Empfehlung ist nicht bindend.
  • Der Studienort in Adlershof ist attraktiv: Alle Gebäude und Vorlesungsräume sind neu und wir verfügen über eine ausgezeichnete Bibliothek mit vielen gut ausgestatteten Arbeitsplätzen. Dazu kommen moderne Rechnerpools, die in der Regel rund um die Uhr benutzt werden können. Alle Lehrveranstaltungen können optimal durch den Einsatz von modernster Präsentationstechnik unterstützt werden. Der Campus Adlershof bietet mit seiner lebendigen Szene aus Forschungseinrichtungen und einer Vielzahl junger Firmen sehr gute Arbeitsmöglichkeiten für alle interessierten Studierenden – und angehende Informatikerinnen und Informatiker werden überall gebraucht.
  • Schließlich bietet die Humboldt-Universität auch viele Möglichkeiten, sich außerhalb des eigenen Faches zu betätigen und etwas zu lernen. Zu nennen ist da zum Beispiel das umfangreiche Angebot des Hochschulsports, des Sprachenzentrums und vielfältige berufsvorbereitende Kurse. Diese Kurse sind teilweise übrigens auch direkt als Studienpunkte im Bachelor anrechenbar (siehe Bereich BZQ).

Welche Module gehören zum Informatikbachelor?

Der Bachelor besteht aus verschiedenen Arten von Veranstaltungen:

  • Pflichtmodule. Pflichtmodule müssen von allen Studierenden besucht und bestanden werden. Sie werden in der Regel durch Praktika und/oder Übungen begleitet.
  • Wahlpflichtmodule. Eine bestimmte Menge von Studienpunkten müssen durch Module erbracht werden, die aus einem breiten und ständig aktualisierten Angebot ausgewählt werden können.
  • Mathematik. Ein wichtiger Bestandteil unseres Studiengangs ist eine Ausbildung in mathematischen Grundlagen. Daher gibt es drei Mathematikmodule, die auch von Mathematikern unterrichtet werden.
  • BZQ. Neben fachlichen Inhalten können (und müssen) unsere Studierende auch Studienleistungen erbringen, die eher zum Bereich der Schlüsselqualifikationen gehören. Beim Bachelor heißt dieser Bereich "Berufsfeldbezogene Zusatzqualifikationen" oder kurz BZQ. Zum BZQ-Bereich gehören bei uns zum Beispiel ein Semesterprojekt (siehe unten), Fremdsprachen, Seminare zum Erlernen von Präsentationstechniken etc. Auch eine Mitarbeit in Gremien kann anerkannt werden.
  • Beifach. Schließlich wählt jeder Studierende ein Beifach (auch Nebenfach genannt). In diesem Beifach sind 20 Studienpunkte zu erbringen; was dazu genau gemacht werden muss, ist von Beifach zu Beifach unterschiedlich. Das Beifach kann bei uns frei aus den Fächern der gesamten Universität gewählt werden.

Studien- und Prüfungsordnungen

Eine genaue Auflistung aller Module finden Sie in unserer Studienordnung. Deren Lektüre lohnt sich auf alle Fälle (sie ist auch nur wenige Seiten lang). Die Studienordnung enthält auch eine Beschreibung der Inhalte jedes Moduls.

Wann soll man welche Module besuchen?

Dazu gibt es Studienverlaufspläne. Dieser ist nur eine Empfehlung, die Reihenfolge ist also nicht verpflichtend; andererseits ist es sinnvoll, sich an die Empfehlung zu halten. Der Studienverlaufsplan legt insbesondere auch fest, wann am Institut welche Pflichtmodule angeboten werden.

Es gibt ihn in drei Varianten:

  • Für Studierende, die ihr Studium im Wintersemester begonnen haben und (bisher) kein Auslandssemester planen.
  • Für Studierende, die ihr Studium im Wintersemester begonnen haben und ein Auslandssemester planen.
  • Für Studierende, die ihr Studium im Sommersemester begonnen haben.

 

Wie unterscheidet sich eigentlich der Bachelor vom vorherigen Diplom?

Der Unterschied zwischen unserem bisherigen Diplomstudiengang und dem zweistufigen System Bachelor / Master ist, verglichen mit anderen Fächern, eher gering. Dazu ein paar Fakten:

  • Unser Diplomstudiengang ist bereits seit 2003 modularisiert.
  • Seit über zehn Jahren wird bei uns studienbegleitend geprüft. Das heißt, dass Module unmittelbar nach ihrem Besuch geprüft werden (sollen). Es gibt keine Studienabschlussprüfungen.
  • Verglichen mit den vier Semestern des bisherigen Grundstudiums plus zwei Semester des bisherigen Hauptstudiums hat sich die Belastung der Studierenden (Workload) effektiv kaum verändert:
    • Die Zahl der zu besuchenden Semesterwochenstunden ist praktisch unverändert: Es sind ca. 100 SWS, also im Durchschnitt 17 Stunden pro Semester (ohne Beifach).
    • Die Zahl der Prüfungen ist unverändert (ca. 3 Prüfungen pro Semester).
  • Erhebliche Änderungen gab es aber im Beifach. Hier waren im Diplomstudiengang bis zu 9 Prüfungen schon im Grundstudium zu belegen, was ca. 40 Studienpunkten entspricht; nun sind es einheitlich 20 Studienpunkte.
  • Es gibt nach wie vor keine Automatismen, die eine Überziehung der Regelstudienzeit bestrafen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass viele Studierende längere Studienzeiten in Anspruch nehmen, um z.B. schon parallel Erfahrungen in der Industrie oder in interessanten Forschungsprojekten zu sammeln. Das ist auch im Bachelorstudium möglich. Bei größeren Verzögerungen sind allerdings Beratungsgespräche wahrzunehmen, die unter Umständen zu individuellen Auflagen führen können.

Bei der Diskussion über Bachelor und Master ist es sehr wichtig, zwischen den einzelnen Fächern zu differenzieren. Die Umstellung im Bereich der Geistes- oder Sozialwissenschaften waren im Allgemeinen viel gravierender als in den Ingenieur- oder Naturwissenschaften. Diese Unterscheidung wird leider zu selten getroffen.

 

Wenn sich so wenig verändert hat - warum dann die Umstellung?

Alle deutschen Hochschulen sind aufgerufen, im Rahmen des so genannten Bologna-Prozesses ihre bisherigen Diplom- bzw. Magisterstudiengänge auf das zweistufige System Bachelor / Master umzustellen. Die wichtigsten Ziele dieser Umstellung sind die Schaffung eines qualifizierten Abschlusses (dem Bachelor) unterhalb des Diploms, mit dem Absolventen unmittelbar in den Arbeitsmarkt eintreten können (weitere Informationen findet man z.B. auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Foschung oder bei Wikipedia). Entsprechend zielt der Bachelor besonders auf die Fähigkeiten, die man zum Berufseinstieg benötigt, während sich der auf dem Bachelor aufbauende Master stärker auf die Forschung fokussiert.

Auch unser Institut hat diese Umstellung nach reiflichen Überlegungen vorgenommen. Dabei haben wir inhaltlich und organisatorisch eine Reihe von Änderungen im Vergleich zum bisherigen Studium vorgenommen. Diese Änderungen wurden in einer intensiven Diskussion zwischen Lehrenden und Studierenden erarbeitet.

Dies sind die wichtigsten Änderungen (immer verglichen mit dem bisherigen Grundstudium plus zwei Semester Hauptstudium) :

  • Die Studieninhalte sind praxisorientierter geworden.
  • Wir legen großen Wert darauf, dass Studierende schon im Bachelor selbständig in größeren Projekten arbeiten. Dem dient vor allem das Semesterprojekt (siehe oben).
  • Die grundlegenden Kurse wurden alle reorganisiert. Dies betrifft sowohl die Namen (z.B. "Algorithmen und Datenstrukturen" statt "Praktische Informatik 2") als auch die Inhalte.
  • Der Bachelor endet mit einer vollwertigen Abschlussarbeit, die auch benotet wird.
  • Es gibt einen expliziten Studienverlaufsplan unter Einplanung eines Auslandssemesters. Dazu wurde das fünfte Semester so geplant, dass dort viele Möglichkeiten zur Anerkennung von Leistungen im Ausland gegeben sind.