Fahrplan Lehre in Datenbanken
Fahrplan Lehre in Datenbanken
Datenbanksysteme bilden in heutigen Unternehmensanwendungen neben Betriebssystemen die wichtigste Infrastrukturkomponente überhaupt. Nahezu alle kommerziellen Anwendungen sind auf Datenbanktechnologie angewiesen; Probleme wie Datenkonsistenz und -synchronisierung im Mehrbenutzbetrieb, Lastbalanzierung in Anwendungen mit Hochdurchsatzanforderungen, Analyse extrem grosser Datenmengen und Aufbau zentraler Datenbestände werden in den allermeisten Fällen basierend auf Datenbanksystemen implementiert, da diese die notwendigen Fähigkeiten per se mitbringen. Damit sind detaillierte Kenntnisse von Datenbanksystemen eine ganz wesentliche Anforderung heutiger Informatiker.
Forschung und Lehre im Bereich Datenbanken und Informationsysteme ist einer der Schwerpunkte am Institut für Informatik der Humboldt-Universität. Das Gebiet wird zur Zeit von drei Professoren unmittelbar vertreten. Die Schwerpunkte dieser Lehrstühle liegen auf den grundlegenden Konzepten und Algorithmen relationaler Datenbanken, wie sie heute Industriestandard sind, der Anwendung von Datenbanken, insbesondere in der Bioinformatik und den vielfältigen Herausforderungen bei der Integration von Daten in verschiedenen Informationssystemen. In der Lehre werden sowohl kommerzielle Datenbankmanagementsystemene wie IBM DB2 und Oracle Enterprise Server als auch Open Source Systeme wie PostGresSQL eingesetzt. In einer ganzen Reihe von Lehrveranstaltungen werden sowohl die theoretischen Grundlagen von DBMS als auch ihre praktische Anwendung und Programmierung detailliert vermittelt.
Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Fahrplan durch das Angebot an Lehrveranstaltungen im Bereich Datenbanken und Informationssysteme geben. Alle Veranstaltungen sind dem Hauptstudium zugeordnet. Das Angebot gestattet Ihnen,´in diesem Gebiet sowohl Halbkurse (Module) zu belegen sowie diverse Seminare und Praktika bzw. Übungen zu besuchen.
Bitte beachten Sie, dass die folgenden Angaben einem stetigen Wandel unterworfen sind. Vorlesungen können sich verschieben oder in anderer Form gehalten werden und neue Angebote kommen laufend hinzu.
Bei weiteren Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an Prof. Freytag, Prof. Leser oder Prof. Schweikardt. Die Einstiegsseiten für die jeweiligen aktuellen Lehrangebote finden sie hier:
- Lehrstuhl Datenbanken und Informationssysteme
- Lehrstuhl Wissensmanagement in der Bioinformatik
- Lehrstuhl Logik und Datenbanktheorie
Graphische Übersicht
Veranstaltungen im Einzelnen
- Eine gute Übersicht über aktuelle Entwicklungen in diesem
Forschungsgebiet bot die Ringvorlesung "
Große Datenmengen in Web-basierten Umgebungen" im Wintersemester
04/05.
- Die grundlegende Veranstaltung ist
die Vorlesung "Einführung in Datenbanken DBS-I". Diese
findet als 4-stündige Vorlesung im Wintersemester statt. Sie führt ein
in die relevanten Konzepte, Architekturen und Anfragesprachen für
Datenbanken. Die Vorlesung konzentriert sich sehr stark auf Techniken
relationaler Datenbanken, die heute Standard in Industrie und Forschung
sind. Betont werden dabei die theoretischen Fundamente relationaler
Datenbanksysteme, wie relationale Algebra, Normalformen, Theorie
funktionaler Abhängigkeiten. Die Vorlesung wird durch ein 2-stündiges
Praktikum ergänzt, in dem mit dem kommerziellen
Datenbankmanagementsystem DB2 der Firma IBM die praktische Verwendung
relationaler Datenbanken sowie die Sprache SQL geübt werden.
- Die Vorlesung kann als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen Informatik geprüft werden.
- Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Grundstudium.
- Die Vorlesung wird regelmäßig im Wintersemester angeboten.
- Details zur Vorlesung im Wintersemester 2006/2007 finden sie hier.
- Ebenfalls 4-stündig ist die
Vorlesung "Informationsintegration". Die Vorlesung
bespricht Probleme der Integration von Daten bzw. Informationen und ist
praktischer ausgerichtet als die Grundvorlesung Datenbanken.
Grundlegende Kenntnisse relationaler Datenbanken sind
Voraussetzung; die Vorlesung behandelt deren Anwendung zur Lösung
typischer Integrationsprobleme, wie Duplikateliminierung, Umgang mit
semantischer und syntaktischer Heterogenität und Optimierung bestimmter
Anfagetypen. Neben relationalen Datenbanken liegt ein Schwerpunkt auf
XML; viele Beispiele kommen aus dem Bereich webbasierter
Informationssysteme. Auch diese Vorlesung wird durch eine 2-stündige
Übung mit Projektcharakter ergänzt.
- Die Vorlesung kann als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen Informatik geprüft werden.
- Voraussetzung für die Teilnahme sind gute Kenntnisse in Datenbanken, z.B. durch die Vorlesung "Einführung in Datenbanken"
- Die Vorlesung wird alle 2 Jahre im Wintersemester angeboen.
- Details zur Vorlesung im Wintersemester 2004 / 2005 finden sie hier.
- 4-stündig ist auch die Vorlesung
"XML und Semantic Web". Behandelt werden die Grundlagen von
XML, datenorientierte Aspekte (z.B. Modellierung, XML-Datenbanken)
sowie Grundlagen und Anwendungen des Semantic Web. Ein
Anwendungsschwerpunkt bildet der Bereich Electronic Business.
- Die Vorlesung kann als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen Informatik geprüft werden.
- Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Grundstudium.
- Ein vorheriger Besuch der Vorlesung "Einführung in Datenbanken" ist sehr zu empfehlen
- Ein weiterer Halbkurs ist die
Vorlesung "Data Warehousing", die immer im
Sommersemester gehalten wird. Inhalt der Vorlesung sind spezielle
Techniken relationaler Datenbanken zum Umgang mit sogenannten Data
Warehouses, wie Sie heutzutage in nahezu jedem Unternehmen anzutreffen
sind. Prominente Beispiele sind Data Warehouses von Supermarktketten
(wer kauft was wann und wo) oder von Telekommunikationsunternehmen (wer
ruft wann wen auf welcher Nummer wie lange an). Data Warehouses bringen
verschiedene Probleme mit sich, die andere Modelle und Algorithmen als
bei "gewöhnlichen" Datenbanken erfordern. Beispielsweise sind die
Datenmengen sehr gross (Giga- und Terabyte), der Zugriff ist meist nur
lesend, und Anfragen verwenden häufig mehrstufige Gruppierungen und
Aggregationen. Die Vorlesung stellt die entsprechenden Techniken vor,
mit einem Schwerpunkt auf der Realisierung der Techniken im
kommerziellen Datenbankmanagementsystem Oracle. Daneben werden Methoden
der Programmierung von Datenbanken (Stored Procedures, Trigger, JDBC)
besprochen. Die Vorlesung wird durch eine 2-stündige Übung auf Oracle
begleitet.
- Die Vorlesung kann als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen
Informatik geprüft werden.
- Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Grundstudium sowie der vorherige Besuch der Vorlesung "Datenbanken I"
- Die Vorlesung wird erstmals im Sommersemester 2007 als ein Halbkurs gehalten.
- Informationen zur (noch 2-stündig gehaltenen) Vorlesung im Sommersemester 2005 finden Sie hier.
- Die Vorlesung kann als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen
Informatik geprüft werden.
- Unmittelbar aufbauend auf der
Vorlesung Einführung in Datenbanksysteme ist die Vorlesung
"Implementierung von Datenbanken DBS-II". Diese findet als
4-stündige Vorlesung vorzugsweise im Sommersemester statt. Diese
Vorlesung stellt die wichtigsten Möglichkeiten und Alternativen für die
Implementierungen eines DBMSs vor. Dazu gehören verschiedene Methoden
des Datenzugriffs (bzw. der Datenorganisation), verschiedene Ansätze
der relationalen Anfrageoptimierung, der Viewbearbeitung, verschiedene
Möglichkeiten, den des konkurrierenden Zugriff zu synchronisieren sowie
Methoden zur Fehlerbehandlung und -erholung. Weitere Teile der
Vorlesung gehen auf die besonderen Anforderungen verteilter
Datenbanken, des Data Warehousings und des Data Minings bezüglich der
genannten Aspekte ein. Die Vorlesung wird durch ein 2-stündiges
Praktikum ergänzt.
- Die Vorlesung kann als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen Informatik geprüft werden.
- Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Grundstudium sowie der vorherige Besuch der Vorlesung "Datenbanken I"
- Die Vorlesung wird regelmäßig im Sommersemester angeboten
- Details zur Vorlesung im Sommersemester 2005 finden sie hier.
- Die Spezialvorlesung
"Molekularbiologische Datenbanken" beschäftigt sich mit
speziellen Problemen bei der Verwendung von Datenbanken in der
molekularbiologischen und biomedizinischen Forschung. Dazu gehören
Non-Standarddatenmodelle, wie z.B. objektorientierte und
objektrelationale Modelle, und spezielle Modellierungsprobleme wie
Objektidentifikation, Versionierung von Daten und die Modellierung
widersprüchlicher Daten. Aufbauend darauf werden verschiedene
Datenmanagementprobleme verschiedener biotechnischer Verfahren
besprochen, wie Sequenzdaten, Genexpressionsdaten und Proteomdaten. Die
Vorlesung wird durch eine Übung begleitet, in der eine
Genexpressionsdatenbank inklusive Modellierung, Data Load, Datenanalyse
und Integration externer Quellen auf PostGresSQL erstellt wird. Die
Vorlesung findet ungefähr alle 2 Jahre im Sommersemester statt.
- Die Vorlesung kann in Kombination mit weiteren Veranstaltungen als Modul bzw. Halbkurs in der praktischen Informatik geprüft werden.
- Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Grundstudium sowie der vorherige Besuch der Vorlesung "Datenbanken I", Kenntnisse in der Bioinformatik oder Molekularbiologie werden nicht vorausgesetzt.
- Informationen zur Vorlesung im Sommersemester 2004 finden Sie hier.
- Die oben genannten Vorlesungen werden unregelmäßig, aber häufig durch Seminare zu verschiedenen Themen ergänzt. Beispiele hierfür sind:
-
- Anfrageoptimierung (SoSe 2006)
- Graphmanagement in Datenbanken (WS 2005/2006)
- Knowledge Discovery in Databases (Ws 2004/2005)
- Data Cleansing (WS 2003/2004)
- Advanced Data Warehousing (WS 2003/2004)
- XML und Datenbanken (WS 2002/2003)
- Grundlegende Aspekte des Semantic Web (WS 2002/2003)
- Die Forschungsgruppen bieten zudem in jedem Semester Forschungsseminare zu aktuellen Themen an.
Ergänzende Lehrveranstaltungen
Persönliche Werkzeuge
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